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Biene sticht Gentechnik

Biene sticht Gentechnik-Giganten
EuGH Urteil vom 6. September 2011

Mit diesen Worten feiert das Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agrogentechnik, initiiert von Mellifera e.V., und allen voran Thomas Radetzki das bahnbrechende Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Gentechnik-Einsatz. Wir gratulieren Thomas Radetzki und dem Imker Karl Heinz Bablok zu ihrem mit großem Durchhaltevermögen erzielten Erfolg, mit dem sie sicher Rechtsgeschichte schreiben werden.

Im Honig des Imkers Bablok wurden Spuren des nicht als Lebensmittel zugelassenen Genmaises der Sorte MON 810 gefunden. Nachdem das Verwaltungsgericht Augsburg verfügt hatte, dass dieser Honig nicht mehr verkehrsfähig ist, entsorgte der Imker seine Ernte in der Müllverbrennungsanlage und verklagte das Land Bayern, das den Genmais zu Testzwecken angebaut hatte, auf Schadensersatz.

Nach langem Rechtskampf stellt sich nun der EuGH klar auf die Seite der Verbraucher und der Imker und versetzt mit seinem Urteil vom 6. September 2011 der Industrie eine herben Schlag. In Zukunft darf Honig, in dem sich auch nur geringe Rückstände gentechnisch veränderter Pollen befinden, ohne Sonderzulassung nicht auf den Markt gebracht werden. Zudem hat der Imker einen Anspruch auf Schadensersatz, wenn sein Honig Spuren von Gentechnik enthält.

Dieser Richterspruch kann Auswirkungen auf den gesamten Honigmarkt und den Gentechnikanbau in Europa haben. Viele Importhonige könnten bald aus den Supermarktregalen verschwinden. Die erneute Zulassung der derzeit in Deutschland verbotenen Genmaissorte MON 810 dürfte unter diesen Voraussetzungen extrem schwierig werden. Insgesamt wird das Urteil die Bemühungen der Industrie behindern, in Zukunft genveränderte Organismen anzubauen. Die Landwirte, die nun im Falle der Verunreinigung von Honig mit GVO Schadensersatz leisten müssen, werden sicher in Zukunft kein Interesse mehr an der Gentechnik haben – zumal es keine Versicherung gibt, die diesen Schaden abdeckt.

Die Imker in Deutschland werden ihren Honig auch weiterhin ohne Verstoß gegen das Gesetz gut verkaufen können. Es gibt momentan nur etwa 8 ha Versuchsanbau mit gentechnisch veränderten Pflanzen in ganz Deutschland. Im Standortregister kann man diese Flächen problemlos finden und so den Kunden gegenüber durch Angabe der Standorte der Bienenvölker nachweisen, dass die Bienen keine Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen haben sammeln können. Der Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker wird in Kürze eine Erklärungshilfe für die Imkerinnen und Imker zu diesem Thema auf seiner Homepage veröffentlichen.

Insgesamt zeigt dieser großartige Erfolg von „David gegen Goliath“, dass es sich lohnt, für eine gentechnikfreie Zukunft zu kämpfen. Menschen wie Thomas Radetzki und Karl Heinz Bablok machen Mut, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit unseren Bündnispartnern weiter zu gehen.

 

http://www.imkerverband-westfalen-lippe.de/pages/topics/eugh-urteil-zugunsten-der-imkerei.php

http://www.bluehende-landschaft.de/nbl/nbl.news/news.gen.17/index.html

http://www.bienen-gentechnik.de