Veröffentlichungen

Brauchen wir veränderte Pflanzen?

Wenn wir heute wissen, dass keines der drei wichtigsten Versprechen der Gentechnikindustrie gehalten werden konnte, stellt sich abschließend die Frage, ob wir gentechnisch veränderte Pflanzen überhaupt brauchen.

Alternativen zu GVO

„Tilling-Verfahren“ ersetzt Amflora

Die derzeit in der Zulassung befindliche Industriekartoffel Amflora wurde gentechnisch so verändert, dass sie nur die für die Industrie nützliche Stärkekomponente Amylopektin produziert.

Eine ohne den Einsatz von Gentechnik mit dem „Tilling-Verfahren“ 15 von Forschern des Fraunhofer-Institutes gezüchtete Stärkekartoffel wird derzeit vom größten deutschen Kartoffelstärke-Hersteller, der Emsland Group, eingesetzt und macht die Amflora überflüssig.

natürlicher Abwehrstoff Dimboa statt GV-Mais

Die Erforschung des natürlichen Abwehrstoffes Dimboa der Maispflanze gegen den Maiszünsler an der Technischen Uni München (Prof. Gierl)16 und die dort geplante Kombination der Eigenschaften „Selbstschutz“ und „Ertrag“ durch klassische Züchtung können auch den Genmais in absehbarer Zeit ersetzen.

„Blühende Landschaften“

Die in einem Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau erforschte Eignung von Wildpflanzen als Energiepflanzen17 ist als Ersatz für Mais ganz besonders für die Imker interessant.

Mehrjährige, blütenreiche Wildpflanzenmischungen anstelle von Maiswüsten sind als Baustein für eine artenreiche Agrarlandschaft von positivem Nutzen für Bienen und Wildtiere. Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum Jahr der Artenvielfalt ernannt. In Gesprächen mit den Landwirten sollten wir Imker in Zusammenarbeit mit erfahrenen Netzwerken wie dem der „Blühenden Landschaft“ die Artenvielfalt als Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Insekten fördern. In diesem Zusammenhang ist sicher auch die Unterstützung der Initiative „Faire Milch“18 von Seiten der Imkerschaft zu begrüßen, die nicht nur der Artenvielfalt nützt, sondern auch die Gentechnikfreiheit garantiert.

Landwirte und Imker als Partner

Die über Jahrhunderte gewachsene Partnerschaft von Imkern und Landwirten muss im beiderseitigen Interesse wieder neu belebt und vertieft werden. Beide sind durch die Bestäubungsleistung der Bienen aufeinander angewiesen, und gemeinsam können Landwirte und Imker nachhaltig durch das Eintreten für ein Verbot der Agro-Gentechnik für das Wohl der Bienen und damit auch der Menschen sorgen.