Versprechen der Industrie
Die Versprechen
Dabei ist die Gentechnikindustrie mit großartigen Versprechen gestartet:
- Agro-Gentechnik reduziert den Einsatz von Pestiziden.
- Transgene Pflanzen erzielen höhere Erträge.
- Agro-Gentechnik bekämpft den Hunger in der Welt.
Die Realität nach 13 Jahren Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zeigt ein komplett anderes Bild.
- dokumentierte Charles Benbrock im November 20094, dass der Einsatz von Pestiziden in den USA seit Einführung der Agro-Gentechnik um mehr als 26 % gestiegen ist. Ursache dafür sind in erster Linie die Glyphosatresistenzen.
- Auf den Internetseiten der Gentechnikkonzerne gibt es inzwischen spezielle Programme, mit denen die Landwirte ihre Ertragseinbußen auf Grund dieser Resistenzen berechnen können. Bezüglich der Ertragsminderung hier das krasseste Beispiel aus Indien: Ertragsminderung um bis zu 75 % und Qualitätsminderung bei Bt-Baumwolle führten zu 200 000 Selbstmorden junger indischer Bauern5. Der UNO-Menschenrechtsausschuss brachte im April 2008 seine Besorgnis über diese Entwicklung deutlich zum Ausdruck6. Dagegen liest man in einer 2009 erschienenen Veröffentlichung der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Titel „Grüne Gentechnik“: „Mehrjährige Studien haben ergeben, dass indische Bauern ihre Baumwollerträge durch den Einsatz von Bt-Pflanzen im Durchschnitt um mehr als 30% erhöhen konnten.“
- UNO, Welternährungs- und Weltlandwirtschaftsrat lehnen den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) generell ab. Sie sehen darin nicht die Lösung des Welthunger-problems. Eine Publikation der „Deutsche Bank Research“ vom September 20097, in der auch Ergebnisse des Weltagrarberichtes8 berücksichtigt werden, kommt zu dem Ergebnis, dass die Bedeutung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft für die globale Lebensmittelversorgung enorm ist. Die langfristigen Auswirkungen der Gentechnik sind nach Auffassung der Autorin dieser Publikation insbesondere durch die Gefahr der Resistenzbildung bei Gen-Pflanzen und Abhängigkeiten der armen Bauern von den Gentechnikkonzernen nicht absehbar.
Wenn die Kleinbauern in den Entwicklungsländern, die die Nahrung für die heimische Bevölkerung produzieren, ihr Saatgut nicht wie bisher selbst nachbauen dürfen, sondern teuer von den Konzernen nachkaufen müssen, bedeutet das ihren sicheren Ruin. Dafür gibt es bereits zahlreiche Beispiele.
Obwohl die Gentechnikindustrie den Landwirten höhere Gewinne versprochen hatte, zeigen sich deutliche Nachteile für die Bauern. Sie liegen in der Haftung im Schadensfall, der Monopolisierung in der Saatgutbranche einschließlich der Patente auf Tiere, den überhöhten Preisen für Saatgut und Herbizid im Komplettpaket sowie dem nicht zugelassenen Nachbau des Saatgutes begründet.
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Imker für gentechnikfreie Regionen