Veröffentlichungen

Wachsender Widerstand

Es ist sicher auch auf den wachsenden Widerstand in der Bevölkerung zurückzuführen, dass Land-wirtschaftsministerin Ilse Aigner im April 2009 die Aussaat von MON810 auf Grund von Sicherheits-bedenken verboten hat. Zudem gibt es nun ein deutlich besser erkennbares Siegel Ohne Gentechnik, das hoffentlich zukünftig neben den Bioprodukten, die generell ohne Gentechnik produziert werden, zahlreiche weitere Lebensmittel als gentechnikfrei kennzeichnen wird. Der Ratgeber Essen ohne Gentechnik von Greenpeace12 trägt hier ebenso zur Aufklärung der Verbraucher bei wie die Broschüre Gentechnik und Lebensmittel der Verbraucherzentrale NRW13.

Bestehende Tests sind nicht ausreichend

Wie naiv ist der Mensch eigentlich, wenn er glaubt, dass das Einsetzen eines Proteins in ein solch komplexes System wie eine Zelle keine weitreichenden Reaktionen und Veränderungen dieses Systems hervorruft?

Dr. Thomas Higgins aus Australien14 setzte einer Erbse ein Bohnen-Gen ein, um ein besonders nahrhaftes Futtermittel für Tiere zu erzeugen. Mit den GV-Erbsen gefütterte Mäuse bekamen u.a. Anzeichen von Allergien und Lungenentzündungen. Dr. Higgins wunderte sich, wie aus einem harmlosen Bohneneiweiß ein allergieauslösendes Erbseneiweiß entstand. Möglicherweise hat er das Problem nur entdeckt, weil er seinen Sicherheitstest mit der fertigen Pflanze durchgeführt hat.

Das eingebaute Protein durchläuft offenbar in der Pflanze zellspezifische Entwicklungen, in deren Verlauf z.B. Zuckermoleküle angehängt werden, die zu unerwünschten Immunreaktionen führen. Dieser Vorgang passiert nicht bei Proteinen aus Bakterien, aber genau die werden bei den Sicherheitstests untersucht, die zur Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen führen! Diese Tests sind somit absolut nicht ausreichend, um die Risiken der gentechnisch veränderten Pflanzen zu erkennen. Wenn ich ein Haus in seine Ziegelsteine zerlege und diese einzeln vergleiche, weiß ich davon nicht, wie das Haus ausgeschaut hat!